Ratgeber · Franchise wählen 2026

Franchise wählen: CHF 300 oder CHF 2'500?

Erwachsene wählen in der Grundversicherung eine Jahresfranchise zwischen CHF 300 und CHF 2'500. Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die Faustregel, den Break-even bei Ihren erwarteten Gesundheitskosten, typische Profile und die häufigsten Fehler bei der Wahl.

Welche Franchise soll ich wählen?

Als Faustregel gilt: Wer im Jahr weniger als rund CHF 1'800 bis 2'200 an Gesundheitskosten erwartet, wählt die Franchise von CHF 2'500, weil die Prämienersparnis das höhere Eigenrisiko überwiegt. Wer regelmässig in Behandlung ist, eine chronische Erkrankung hat oder eine Operation plant, fährt mit CHF 300 günstiger. Die mittleren Stufen von CHF 500 bis 2'000 lohnen sich nur selten. Für Kinder ist meistens CHF 0 die richtige Wahl.

Kurz erklärt

Die Mechanik in vier Sätzen

Die Franchise ist der Betrag, den Sie pro Kalenderjahr selbst zahlen, bevor die Krankenkasse leistet. Die ausführlichen Grundlagen finden Sie auf unserer Franchise-Seite, hier geht es um die Entscheidung.

  • Franchise-Stufen für Erwachsene: CHF 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 und 2'500
  • Über die Franchise hinaus zahlen Sie 10 Prozent Selbstbehalt, maximal CHF 700 pro Jahr
  • Für Kinder gelten die Stufen CHF 0 bis 600, der Selbstbehalt ist auf CHF 350 begrenzt
  • Ab der 13. Schwangerschaftswoche bis 8 Wochen nach der Geburt entfällt die Kostenbeteiligung
Grundlagen zur Franchise
Faustregel

CHF 300 oder CHF 2'500, dazwischen selten

Die Rabattlogik ist gesetzlich begrenzt: Die Krankenkasse darf pro Franchise-Stufe höchstens einen bestimmten Anteil der Prämie nachlassen. Rechnerisch führt das dazu, dass sich die beiden Extremstufen fast immer besser rechnen als die Mitte.

CHF 2'500 für tiefe erwartete Kosten

Sie gehen selten zum Arzt, nehmen keine Dauermedikamente und haben keine geplante Behandlung. Die Prämienersparnis gegenüber CHF 300 liegt je nach Kanton und Krankenkasse bei rund CHF 1'500 bis 2'300 pro Jahr und ist Ihnen sicher, unabhängig davon, ob Sie Leistungen beziehen.

CHF 300 für hohe erwartete Kosten

Sie sind regelmässig in Behandlung, benötigen dauerhaft Medikamente oder planen einen Eingriff. Ihre Kosten überschreiten den Break-even zuverlässig, deshalb ist die tiefe Franchise trotz höherer Prämie insgesamt günstiger.

Mittlere Stufen nur als Kompromiss

CHF 1'000 bis 2'000 verbinden ein spürbares Eigenrisiko mit nur einem Teil der Prämienersparnis. Sinnvoll sind sie höchstens, wenn Ihre Kosten stark schwanken oder Sie ein hohes Eigenrisiko finanziell nicht tragen möchten.

Break-even

So rechnen Sie Ihre persönliche Grenze aus

Der Break-even ist der Punkt, an dem beide Franchisen gleich teuer sind. Sie brauchen dafür nur zwei Zahlen: die Prämiendifferenz pro Jahr und die Differenz der Franchisen.

  1. 1Prämiendifferenz pro Jahr berechnen: (Prämie bei CHF 300 minus Prämie bei CHF 2'500) mal 12
  2. 2Franchise-Differenz notieren: CHF 2'500 minus CHF 300 ergibt CHF 2'200 zusätzliches Eigenrisiko
  3. 3Erwartete Gesundheitskosten für das kommende Jahr realistisch schätzen
  4. 4Liegen die erwarteten Kosten unter der Summe aus Franchise 300 plus Prämienersparnis, ist CHF 2'500 günstiger
Beispiel: Die Prämie bei CHF 300 liegt CHF 150 pro Monat über jener bei CHF 2'500, das sind CHF 1'800 Ersparnis pro Jahr. Das zusätzliche Eigenrisiko beträgt CHF 2'200. Der Break-even liegt damit bei rund CHF 2'100 Gesundheitskosten pro Jahr. Darunter fahren Sie mit CHF 2'500 günstiger, darüber mit CHF 300. Der Selbstbehalt von 10 Prozent fällt in beiden Varianten an und ist bei CHF 700 pro Jahr gedeckelt.
Break-even automatisch berechnen
Profile

Typische Situationen und was sich rechnet

Die richtige Franchise hängt nicht vom Alter ab, sondern von den erwarteten Gesundheitskosten. Diese vier Profile decken die häufigsten Fälle ab.

Gesund und selten beim Arzt

CHF 2'500

Ein bis zwei Arztbesuche pro Jahr, keine Dauermedikation. Die gesicherte Prämienersparnis überwiegt das Risiko deutlich. Legen Sie die Ersparnis idealerweise zurück, damit die Franchise im Krankheitsfall verfügbar ist.

Chronisch krank oder in Behandlung

CHF 300

Wer Jahr für Jahr über den Break-even kommt, zahlt mit der tiefsten Franchise unter dem Strich weniger. Zusätzlich ist der Maximalbetrag planbar: Franchise CHF 300 plus Selbstbehalt maximal CHF 700 ergibt höchstens CHF 1'000 Kostenbeteiligung pro Jahr.

Familie mit Kindern

CHF 0 für Kinder, individuell für Eltern

Für Kinder ist CHF 0 fast immer richtig, weil der Rabatt klein und der Selbstbehalt auf CHF 350 begrenzt ist. Die Franchise der Eltern wird separat entschieden. Beachten Sie zudem, dass viele Krankenkassen ab dem dritten Kind keine oder reduzierte Prämien verlangen.

Sparfüchse mit finanzieller Reserve

CHF 2'500 plus Sparbetrag

Wer CHF 2'500 jederzeit aufbringen kann, holt mit der höchsten Franchise die grösste Ersparnis heraus. Kombiniert mit einem alternativen Versicherungsmodell wie Hausarzt oder Telmed sinkt die Prämie zusätzlich, bei identischen gesetzlichen Leistungen.

Fehler vermeiden

Fünf häufige Fehler bei der Franchise-Wahl

Die meisten Fehlentscheide entstehen nicht aus falscher Rechnung, sondern aus falschen Annahmen. Diese fünf Punkte kosten am häufigsten Geld.

  • Die Franchise einmal wählen und nie wieder prüfen, obwohl sich Gesundheit und Prämien jedes Jahr ändern
  • Den Selbstbehalt vergessen: Über der Franchise kommen 10 Prozent dazu, maximal CHF 700 pro Jahr
  • Eine hohe Franchise wählen, ohne den Betrag jederzeit verfügbar zu haben
  • Eine mittlere Stufe aus Bauchgefühl wählen, statt Prämiendifferenz und Eigenrisiko gegeneinander zu rechnen
  • Nur die Franchise optimieren und dabei Krankenkasse und Versicherungsmodell unverändert lassen
Ändern

Franchise anpassen, Schritt für Schritt

Die Franchise wird jeweils per 1. Januar angepasst. Prüfen Sie die Stufe immer dann, wenn sich Ihre Situation ändert, etwa vor einer geplanten Operation oder wenn eine regelmässige Behandlung endet.

  1. 1

    Erwartete Kosten schätzen

    Rechnungen des laufenden Jahres zusammenzählen und bekannte Behandlungen für das nächste Jahr einplanen.

  2. 2

    Break-even berechnen

    Prämiendifferenz und zusätzliches Eigenrisiko gegenüberstellen, am schnellsten mit dem Franchise-Rechner.

  3. 3

    Bis 30. November melden

    Für eine Senkung der Franchise oder einen Wechsel der Krankenkasse muss die Meldung bis zum 30. November eintreffen, idealerweise per Einschreiben.

  4. 4

    Prämie neu vergleichen

    Die Franchise ist nur ein Hebel. Prüfen Sie im gleichen Zug Krankenkasse und Versicherungsmodell, das bringt oft mehr als die Franchise allein.

FAQ

Häufige Fragen zur Franchise

Welche Franchise sollen gesunde Erwachsene wählen?

In der Regel CHF 2'500. Wer im Jahr weniger als rund CHF 1'800 bis 2'200 an Gesundheitskosten hat, fährt mit der höchsten Franchise günstiger, weil die Prämienersparnis gegenüber der Franchise von CHF 300 je nach Kanton und Krankenkasse CHF 1'500 bis 2'300 pro Jahr beträgt.

Wann ist die Franchise von CHF 300 die richtige Wahl?

Bei regelmässiger Behandlung, einer chronischen Erkrankung oder einer geplanten Operation. Wenn Ihre Kosten den Break-even jedes Jahr zuverlässig überschreiten, ist die tiefste Franchise insgesamt günstiger.

Was ist der Selbstbehalt?

Über die Franchise hinaus zahlen Sie 10 Prozent der Kosten selbst, maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene und CHF 350 für Kinder. Ist dieser Betrag erreicht, übernimmt die Krankenkasse alles Weitere.

Wie berechne ich den Break-even?

Vergleichen Sie die jährliche Prämienersparnis mit dem zusätzlichen Eigenrisiko. Von CHF 300 auf CHF 2'500 steigt Ihr maximales Eigenrisiko um CHF 2'200 pro Jahr. Liegt die Prämienersparnis bei CHF 1'800, lohnt sich die hohe Franchise, solange Ihre Gesundheitskosten unter rund CHF 2'100 pro Jahr bleiben.

Gilt die Franchise auch in der Schwangerschaft?

Mutterschaftsleistungen sind von der Kostenbeteiligung befreit. Ab der 13. Schwangerschaftswoche bis 8 Wochen nach der Geburt entfallen Franchise und Selbstbehalt vollständig, auch für Behandlungen ohne Bezug zur Schwangerschaft.

Welche Franchise ist für mein Kind sinnvoll?

Für die meisten Kinder CHF 0. Die Stufen reichen von CHF 0 bis 600, der Prämienrabatt ist aber klein und der Selbstbehalt eines Kindes ist auf CHF 350 pro Jahr begrenzt.

Wie und wann kann ich die Franchise ändern?

Jeweils per 1. Januar. Für eine Senkung der Franchise oder einen Wechsel der Krankenkasse muss Ihre Meldung bis zum 30. November bei der Kasse eintreffen. Eine Erhöhung ist bei den meisten Kassen bis Ende Dezember möglich.

Lohnen sich die mittleren Franchisen von CHF 1'000 bis 2'000?

Selten. Rechnerisch sprechen die Zahlen meist für eine der beiden Extremstufen: CHF 2'500 bei tiefen erwarteten Kosten, CHF 300 bei hohen. Die mittleren Stufen verbinden ein spürbares Eigenrisiko mit nur einem Teil der Prämienersparnis.

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BAG-Daten 2026

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